Künstlerpech.


„Nach der Brücke die erste links, dann alles rauf bis zur grossen Kreuz-ung, dort rechts und dann die zweite links, es ist das vierte Haus auf der linken Seite“, sagte der Taxifahrer am Bahnhof in Kilchberg durch das geöffnete Wagenfenster, ohne vom gepflegten Herrn, der aus seinem Auto ausgestiegen und auf den Chauffeur zugegangen war, überhaupt nach einer Strasse, geschweige denn nach einem bestimmten Haus gefragt worden zu sein.

„Aber ich habe Sie ja noch gar nichts gefragt!“ Tatsächlich wollte er sich nach dem Weg zur Gheistrasse 3 erkundigen.

„Sie wollen doch sicher zur Gheistrasse 3, oder nicht?“, erwiderte der Taxifahrer, und erlaubte sich ein leicht spöttisches Lächeln, wie es dem verdutzten Herrn schien.

„Stimmt! Woher wissen Sie...“

„Alle wollen heute dorthin, alle!“ unterbrach ihn der Ortskundige. „Also nach der Brücke die erste links, dann...“

„Ja, alles klar, vielen Dank“, verabschiedete sich der Herr, klopfte auf das Dach des Taxiwagens und ging kopfschüttelnd zu seinem Auto zurück. Alsbald bog er in die Gheistrasse und bremste brüsk und erschocken: Von freier Fahrt keine Spur, rechts und links jede Menge Autos, es blieb nur eine schmale Gasse, durch die er kommen musste auf der Suche nach einer Parklücke. Im Schritttempo rollte er die Strasse hinab und konzentrierte sich auf das vierte Haus auf der linken Seite. Nach dem dritten erhob sich majestätisch eine hohe, friseurmässig bearbeitete Hecke und erstreckte sich bis zu einem prächtig mächtigen Eisentor, durch das sich eine Menschenschlange zum Eingang eines unmittelbar rechts dahinter liegen-den Häuschens drängte. Klein, aber fein. Einstöckig. Dicke  graubraune Mauern…

Mit ihr im Bett.


Sie verdreht mir durch ihre Nähe den Kopf,

rundherum Himmel und Hölle.

Sie macht mich heiss und lässt mich schlottern.

Sie schlüpft keck unter die Decke und bereitet

mir Schmerzen bis ins letzte Glied.

Sie schiebt schlimme Bilder vor die Augen

und beruhigt mein Entsetzen mit rätselhaft

anziehender Geborgenheit.

Sie bohrt sich in mich hinein und streut feinen

schneeweissen Seelensand über mich.

Sie versetzt mich in wilde Träumereien und

bringt mich süss lächelnd um bitter nötigen Schlaf.

Sie ist seit Tagen meine engste Lebensgefährtin,

und ich will, dass sie mich möglichst bald wieder

verlässt. Diese Grippe.

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