Künstlerpech.
„Nach der Brücke die erste links, dann alles rauf bis zur grossen Kreuz-ung, dort rechts und dann die zweite links, es ist das vierte Haus auf der linken Seite“, sagte der Taxifahrer am Bahnhof in Kilchberg durch das geöffnete Wagenfenster, ohne vom gepflegten Herrn, der aus seinem Auto ausgestiegen und auf den Chauffeur zugegangen war, überhaupt nach einer Strasse, geschweige denn nach einem bestimmten Haus gefragt worden zu sein.
„Aber ich habe Sie ja noch gar nichts gefragt!“ Tatsächlich wollte er sich nach dem Weg zur Gheistrasse 3 erkundigen.
„Sie wollen doch sicher zur Gheistrasse 3, oder nicht?“, erwiderte der Taxifahrer, und erlaubte sich ein leicht spöttisches Lächeln, wie es dem verdutzten Herrn schien.
„Stimmt! Woher wissen Sie...“
„Alle wollen heute dorthin, alle!“ unterbrach ihn der Ortskundige. „Also nach der Brücke die erste links, dann...“
„Ja, alles klar, vielen Dank“, verabschiedete sich der Herr, klopfte auf das Dach des Taxiwagens und ging kopfschüttelnd zu seinem Auto zurück. Alsbald bog er in die Gheistrasse und bremste brüsk und erschocken: Von freier Fahrt keine Spur, rechts und links jede Menge Autos, es blieb nur eine schmale Gasse, durch die er kommen musste auf der Suche nach einer Parklücke. Im Schritttempo rollte er die Strasse hinab und konzentrierte sich auf das vierte Haus auf der linken Seite. Nach dem dritten erhob sich majestätisch eine hohe, friseurmässig bearbeitete Hecke und erstreckte sich bis zu einem prächtig mächtigen Eisentor, durch das sich eine Menschenschlange zum Eingang eines unmittelbar rechts dahinter liegen-den Häuschens drängte. Klein, aber fein. Einstöckig. Dicke graubraune Mauern…